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Schwerbehinderung

Nach dem 9. Sozialgesetzbuch (abgekürzt: SGB IX) sind Menschen behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilnahme am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Der Umfang der Beinträchtigungen wird dabei als Grad der Behinderung (GDB) bezeichnet und in Zehnergraden (früher Fünfergrade) von 20 bis 100 abgestuft. Ab einem GDB von 50 zählen Personen, die ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik haben, als "schwerbehindert" und erhalten einen "Schwerbehindertenausweis". Personen mit einem GDB von 30 oder 40, die aufgrund ihrer Behinderung ihren Arbeitsplatz verlieren oder keinen erhalten würden, können bei der Agentur für Arbeit eine "Gleichstellung" beantragen, die sie den Schwerbehinderten weitgehend gleichstellt. Für den Arbeitgeber schwerbehinderter oder gleichgestellte Mitarbeiter gibt es je nach Erfordernis u.a. Leistungen zur behinderungsgerechten Einrichtung von Arbeitsplätzen und für außergewöhnliche Belastungen, die mit der Beschäftigung der behinderten Arbeitnehmer verbunden sein können. Der Arbeitnehmer erhält u.a. einen erheblich verbesserten Kündigungsschutz, Steuerermäßigungen und, falls erforderlich, Leistungen für technische Arbeitshilfen und für Beschaffung, Ausstattung und Erhaltung einer behinderungsgerechten Wohnung. Die Art und der Umfang richten sich natürlich nach der Art und dem Grad der Behinderung. Außerdem erhalten Schwerbehinderte (nicht aber Gleichgestellte!) in der Regel zusätzliche Urlaubstage bzw. Lehrkräfte eine Reduzierung der Pflichtstundenzahl. Grundvoraussetzung für die Anerkennung einer Schwerbehinderung ist die Stellung eines entsprechenden Antrages. Vor der Antragstellung sollte man unbedingt mit den behandelten Ärzten über seine krankheitsbedingten Einschränkungen sprechen - denn bei der Antragstellung muss man zustimmen, dass die zuständige Behörde Auskünfte von den behandelnden Ärzten einholen darf und die Ärzte der Behörde gegenüber von der Schweigepflicht entbunden sind. Kopien von Befunden, die man schon in den Händen hat und die nicht älter als 2 Jahre alt sind, sollte man dem Antrag gleich beilegen. Und vor allem sollte man nicht vergessen, den Antrag vor der Abgabe zu kopieren - sonst wird es schwierig, wenn man gegen eine Entscheidung Einspruch erheben will. Wer sich für den Antrag interessiert, kann hier einen Antrag und die Anleitung dazu herunterladen.  Zum Herunterladen der Dokumente den Link mit der rechten Maustaste anklicken und die Option "Ziel speichern unter" wählen. Zum Ausfüllen dieses und auch anderer PDF-Formulare am PC empfehle ich das kostenlose Programm "PDF-XChange Viewer" (Link auf die Downloadseite von Chip.de), da man hier im Gegensatz zum Acrobat-Reader auch die ausgefüllten Formulare abspeichern kann. Die Anträge sind in allen Bundesländern nahezu gleich, aber wo der Antrag abgegeben werden muss, ist vom Bundesland abhängig. Unter www.integrationsaemter.de kann jeder die für ihn zuständige Behörde ermitteln. Ich weiß aus meiner früheren Tätigkeit als Schwerbehindertenvertreter, dass sich viele Menschen mit einer Behinderung zunächst scheuen, einen Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung zu stellen. Aber nach einer gründlichen Information wird dann meist doch der Antrag gestellt. Eine individuelle und umfassende Information kann ich auf dieser Homepage nicht geben, ich möchte nur anregen, über das Thema nachzudenken und möchte auf der nächste Seite noch Hinweise geben, wo Sie weitere Informationen erhalten können.

 

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